Spendenaufruf für das Watch the Med Alarm Phone

Liebe Freundinnen und Freunde!

Unsere Hotline steht vor einem zweiten „langen Sommer“, in dem erneut mit starken Fluchtbewegungen zu rechnen ist. Die politischen Umstände lassen die Alarmphone-Präsenz im Mittelmeer noch dringlicher erscheinen als zuvor. Denn mit aller Gewalt soll das EU-Grenzregime neu aufgerichtet und die Kontrolle über die Migrationsbewegungen hergestellt werden. Neben der Schließung der Balkanroute kommt dem sog. Türkei-Deal eine maßgebliche Rolle zu. Anfang April hat Frontex mit Massenabschiebungen von Lesbos und Chios begonnen, Nato-Schiffe patrouillieren seit März in der Ägäis. Abschreckung und Abschottung sind die Leitlinien dieser Einsätze. Vor diesem Hintergrund müssen wir damit rechnen, dass in den kommenden Monaten eine regelrechte Jagd auf die Menschen in den Booten eröffnet und versucht wird, deren illegale Rückschiebung in die Türkei durchzusetzen. Bereits in den letzten Wochen wurden wir in dieser Region ZeugInnen von schockierenden Attacken auf Flüchtlingsboote durch Grenzpolizei, zum Teil wurden diese von Kameras festgehalten.

Wir werden mit unserem Notruftelefon rund um die Uhr in Bereitschaft bleiben, und wir wollen mittels Dokumentation und Skandalisierung der Menschenrechtsverletzungen weiter öffentlichen Druck machen, möglichst in Echtzeit. Darin haben wir im letzten Jahr viele Erfahrungen sammeln können. Wir haben uns insbesondere in und mit den Dynamiken der Fluchtbewegungen in der Ägäis entwickelt, im letzten Oktober standen wir mit Menschen auf bis zu 100 Booten pro Woche in Kontakt. Wir haben gelernt, in neuen Netzwerken migrantischer Communities und mit den Mitteln sozialer Medien, Whats App und Viber zu kommunizieren.

2015 kann als historisches Jahr und bislang erfolgreichste Etappe im Kampf gegen das Grenzregime angesehen werden. Doch eine Gegenreaktion war absehbar und das Frühjahr 2016 ist von rassistischer Einhegung auf allen Ebenen geprägt. Die Außengrenzen bleiben besonders umkämpft.

Wir werden weiter bedingungslos an der Seite der Flüchtlinge und MigrantInnen stehen: In der Ägäis, aber auch in den Regionen des zentralen sowie des westlichen Mittelmeers, in denen ebenfalls tausende Menschen ihr Leben auf Booten riskieren, während Frontex und andere militärische Operationen sie davon abhalten wollen, sicher anzulanden.

In den vergangenen 15 Monaten waren wir mit rund 1500 Booten in Kontakt. Unzählige Male konnten wir mittels telefonischer Nothilfe zur Rettung beitragen und die Menschen in ihrem alltäglichen Kampf für Bewegungsfreiheit unterstützen. Gleichzeitig haben wir mit „Fähren statt Frontex“ eine Forderung platziert, deren Umsetzung heute nötiger denn je ist und die morgen dem Tod und Leid auf See ein Ende bereiten würde.

Wir wollen weiter Druck ausüben, alltäglich und politisch: Für einen offenen mediterranen Raum, für ein offenes Europa, für eine Welt ohne Grenzen.

Dafür benötigt unser aktivistisch-ehrenamtlich getragenes Projekt weitere finanzielle Mittel:

  • Zur Verbreitung der Alarmphone-Telefonnummer in den Communities der Flüchtlinge und MigrantInnen;
  • für Kontaktreisen insbesondere in die Transitländer und zur Unterstützung der dortigen lokalen Netzwerkarbeit;
  • für die Produktion und Verbreitung von Informations- und Kampagnenmaterialien;
  • und nicht zuletzt für den Betrieb des Telefons selbst oder für die Aufladung von Guthaben auf Satellitentelefone auf den Booten.

Regelmäßige Spenden würden uns sehr helfen, zum Beispiel mit Daueraufträgen über 5, 10, 20 oder 50 Euro im Monat.

Als Dankeschön für Spenden können wir gerne unser Jahrbuch von 2015 zuschicken, es findet sich auf englisch und deutsch auch im Netz. Einfach eine kurze Email an wtm-alarm-phone@antira.info schicken, dann senden wir das Heft zu. (http://alarmphone.org/en/campaigns/1-year-documentation/)
Des Weiteren möchten wir auf zwei Filmclips sowie unsere Kampagnenzeitung zu „Ferries not Frontex“ hinweisen:
https://alarmphone.org/en/intros/how-does-the-alarmphone-work-3/

http://alarmphone.org/en/2016/02/12/newspaper-ferries-for-all/

Unser Spendenkonto:

Forschungsgesellschaft Flucht & Migration

Sparkasse der Stadt Berlin

IBAN: DE68 10050000 0610024264

BIC: BELADEBEXXX

Stichwort: WatchTheMed-AP

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Hauptsprache der Seite ist Englisch, deswegen können wir nur für die englische Seite Aktualität versprechen. Wir arbeiten allerdings dran, alle Seiten auf dem neusten Stand zu halten.